Netzdokumentation und Vermessung von Wassernetzen

Fundierte Historie

Ein Wassernetz ist nur so gut wie das Wissen darüber, wo es liegt. Bei einem Rohrbruch um drei Uhr nachts entscheidet die Lagegenauigkeit im GIS darüber, ob der Bereitschaftsdienst nach zwanzig Minuten den richtigen Schieber gefunden hat oder nach zwei Stunden immer noch sucht.

netzkontor nord misst Wasserleitungen ein, führt die Netzdokumentation nach DVGW GW 120 und bringt gewachsene Altbestände in eine Form, mit der sich tatsächlich arbeiten lässt. Wir arbeiten für Wasserversorgungsunternehmen, Stadtwerke, Zweckverbände und Kommunen im gesamten Bundesgebiet.

Einmessung und Vermessung im Wassernetz

Die Vermessung im offenen Graben ist die einzige Gelegenheit, exakte Daten zu erfassen. Ist die Leitung verfüllt, wird jede spätere Korrektur teuer:

  • Einmessung von Leitungen, Einbauteilen und Anlagen nach DVGW GW 120, in Lage und Höhe
  • Einfache vermessungstechnische Arbeiten nach DVGW GW 128 durch entsprechend geschultes Personal
  • GNSS-Messung, Tachymetrie und digitale Aufnahmeskizze direkt auf der Baustelle
  • Ortung und Nachvermessung verdeckt liegender Bestandsleitungen
  • Erfassung von Schiebern, Hydranten, Hausanschlüssen, Schächten, Behältern und Messeinrichtungen
  • Aufmaß für Abrechnung und Bestandsdokumentation in einem Arbeitsgang

Netzdokumentation im GIS nach DVGW GW 120

DVGW GW 120 beschreibt die Mindestanforderungen an die Netzdokumentation in Versorgungsunternehmen und hat für die digitale Führung im GIS die alten Regelungen der DIN 2425 abgelöst. Wir setzen diese Anforderungen praktisch um:

  • Ersterfassung und laufende Fortführung Ihrer digitalen Netzdokumentation
  • Qualitätssicherung nach DVGW GW 130, inklusive Prüfregeln und Plausibilitätskontrollen
  • Migration analoger Rohrnetzpläne und historischer CAD-Bestände ins GIS
  • Attributierung mit Werkstoff, Nennweite, Baujahr, Druckstufe und Zustand
  • Umgang mit unterschiedlichen Lagegenauigkeitsklassen und widersprüchlichen Datenständen
  • Bereitstellung der Daten für Leitungsauskunft, Bereitschaftsdienst, Netzberechnung und Behördenmeldungen

Was gute Netzdaten möglich machen

Eine saubere Netzdokumentation ist kein Selbstzweck. Sie ist die Voraussetzung für fast alles, was danach kommt:

  • Hydraulische Berechnung und Netzmodellierung brauchen belastbare Geometrie und Attribute
  • Die Netz- und Schadensstatistik nach DVGW W 402 lässt sich nur aus gepflegten Daten auswerten
  • Die Rehabilitationsplanung nach DVGW W 403 setzt auf Baujahr, Werkstoff und Schadenshistorie auf
  • Die Gefährdungsanalyse nach Trinkwasserverordnung braucht einen dokumentierten Netzzustand
  • Nachweispflichten aus NIS-2 und dem KRITIS-Dachgesetz greifen ebenfalls auf den dokumentierten Anlagenbestand zurück

Unser Ablauf

  1. Bestandsaufnahme: Sichtung der vorhandenen Daten, Datenmodell und Umfang klären
  2. Vermessung & Erfassung: Einmessung im Graben, Nachvermessung, digitale Aufnahmeskizze
  3. Qualitätssicherung: Prüfung gegen die Vorgaben aus GW 120 und GW 130
  4. Integration: Übernahme ins GIS, Anbindung an Betriebsführungs- und Auskunftssysteme
  5. Fortführung: Laufende Pflege, regelmäßige Exporte, Nachvermessung bei Bedarf

Häufige Fragen zur Netzdokumentation im Wassernetz

Was regelt DVGW GW 120 genau?

Das Arbeitsblatt beschreibt die Mindestanforderungen und Standards der Netzdokumentation in Versorgungsunternehmen. Es gilt für das Einmessen von Leitungen, Einbauteilen und Anlagen der Gas- und Wasserverteilung, für die Ersterstellung und Fortführung einer digitalen Netzdokumentation im GIS und für die Bereitstellung dieser Daten.

Wie genau muss eine Wasserleitung eingemessen werden?

Die erforderliche Genauigkeit richtet sich nach der Nutzung der Daten und den Vorgaben aus GW 120. Entscheidend ist weniger ein einzelner Zahlenwert, mehr die dokumentierte und konsistente Genauigkeitsklasse. Ein Datensatz, bei dem klar ist, wie genau er ist, hilft im Betrieb deutlich mehr als eine Zahl ohne Herkunft.

Können Sie unsere alten Papierpläne digitalisieren?

Ja. Wir digitalisieren analoge Rohrnetzpläne und übernehmen historische CAD-Bestände ins GIS. Widersprüche zwischen Plangenerationen arbeiten wir heraus und kennzeichnen sie, statt sie stillschweigend zu glätten. Wo es nötig wird, klären wir strittige Abschnitte durch Ortung oder Nachvermessung im Feld.

Wer darf Einmessungen im Versorgungsnetz durchführen?

Für einfache vermessungstechnische Arbeiten an Versorgungsnetzen gibt DVGW GW 128 den Rahmen und die Qualifikationsanforderungen vor. Komplexere Aufgaben gehören in die Hand entsprechend qualifizierter Vermessungsfachkräfte. GW 120 grenzt einfache und komplexe vermessungstechnische Arbeiten voneinander ab.

Ihre Netzdaten sind älter als Ihr GIS?

Dann lohnt ein Blick von außen. Wir sichten Ihren Datenbestand, benennen die Lücken und schlagen einen Weg vor, wie Sie Schritt für Schritt zu einer belastbaren Netzdokumentation kommen.

Sie haben noch Fragen? Wir beantworten Ihnen gerne Ihre Anliegen rund um Netzdokumentation Wassernetz, Vermessung und GIS.